Namen

Die Qual der Wahl – Die Namensgebung im Wandel der Zeit

Das erste was junge Eltern ihrem Kind mit auf den Weg geben, ist der Name. Entstanden sind Vor- und Nachnamen aus sehr pragmatischen Gründen, heute allerdings kann man schon fast von einem Vornamen-Hype sprechen. Die Ausprägung des Nachnamens hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt, bis in das frühe Mittelalter trugen die Menschen in den meisten Kulturkreisen nur einen Namen, den Rufnamen. In der Türkei bestand diese Tradition sogar noch bis 1933, erst danach wurde der Nachname verpflichtend.

Viele der auch heute noch beliebten Vornamen haben eine gemeinsame kulturelle Entwicklung. Auch auf diesem Gebiet spielte die Christianisierung eine große Rolle. So gab es bis in das 11. Jahrhundert hinein noch unzählige germanische Namen, die dann aber durch griechische und lateinische Namen langsam ersetzt wurden. Ein heute sicherlich eher seltener Name geht auf die Zeit der Germanenstämme zurück: Gundula ist die weibliche Form von Gund, was Kampf bedeutete. Die Bedeutungen der meisten germanischen Namen gehen auf deren Wanderungen, Waffen und Kämpfe zurück, sie waren also ein Spiegel der Zeit.

Mit der Christianisierung kamen griechische und lateinische Namen und mit ihnen auch der Wandel an Bedeutungen. Sie beschreiben beispielsweise äußere Merkmale oder Charakterzüge des Namenträgers: Claudius – der Hinkende, Paulus – der Kleine oder Felix – der Glückliche.

Vornamen unterlagen auch weiterhin dem Wandel der Zeit. Darunter große geschichtliche Ereignisse wie die Reformation, nach der vor allem biblische Namen häufig waren, aber auch die Literatur wie Schillers Räuber forcierten beispielsweise die Renaissance der alten deutschen Namen. Die Rangliste der beliebtesten Vornamen heute führen auch wieder altdeutsche Namen an. Bei den Jungen sind es Alexander, Luca, Paul, Maximilian und Leon. Die häufigsten weiblichen Vornamen sind Leonie, Anna, Maria, Sophie und Marie.

Doch was müssen junge Eltern bei der Namensgebung beachten? Tatsächlich gibt es einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, der die freie Namenswahl der Eltern erlaubt, aber unter der Voraussetzung, dass dem Kind dadurch kein Schaden entsteht. Ein oft umstrittenes Thema ist die eindeutige Geschlechtszuordnung anhand des Vornamens. Hier legt das Gericht fest, dass dieser nicht zwingend über das Geschlecht des Kindes informieren muss.

Weiterhin darf der Name weder lächerlich noch beleidigend oder diskriminierend wirken. Diese Festlegungen sind nicht aus der Luft gegriffen, denn folgende Namenswünsche mussten Standesämter und Gerichte schon ablehnen: Atomfried, Bierstübl, Mc Donald und dergleichen mehr. Ansonsten haben Eltern die freie Qual der Wahl aus der langen Geschichte von Vornamen den passenden für ihr Kind auszusuchen.

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