Alles rund ums Sorgerecht

Gepostet von am August 31, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Alles rund ums Sorgerecht

 

Das Sorgerecht definiert das vom Grundgesetz ausdrücklich geschützte Recht der Eltern, sich um das Wohl ihres Kindes zu sorgen. Grundsätzlich erfolgt diese Sorge gemeinsam durch beide Elternteile so lange, bis die Eltern eine anderslautende Veraenbarung treffen oder ein Gericht oder eine andere Behörde eine Entscheidung bezüglich eines alleinigen Sorgerechts treffen.

 

Gemeinsames Sorgerecht

Mit der Sorgerechtsreform im Jahr 1998 wurde der Begriff des gemeinsamen Sorgerechts eingeführt, der geschiedenen Paaren einen gleichberechtigten Umgang mit ihren gemeinsamen Kindern nach der Scheidung einer Ehe ermöglichen sollte. Diese Rechtsform ist solange gültig, bis eine richterliche oder behördliche Entscheidung möglicherweise das alleinige Sorgerecht anordnet.

 

Alleiniges Sorgerecht

Die Entscheidung zu einem alleinigen Sorgerecht, als oder Übertragung der Sorge des Wohles eines Kindes auf nur ein Elternteil, führt zu einer Reduzierung auf das Umgangs- und Auskunftsrecht der anderen Partei. Ebenso kann für einen bestimmten Teil der elterlichen Sorge, z.B. der Vermögenssorge, eine Alleinsorge durch ein Elternteil beantragt und erlangt werden.

 

Die Vermögenssorge

Ziel der Vermögenssorge ist der Schutz materieller Werte des jeweiligen Kindes. Insbesondere in Fällen, in denen eine mißbräuchliche Verwendung von Geldern eines Kindes und somit ein Vermögensschaden zu erwarten ist, wird ein Gericht diese Art von Alleinsorge für ein Elternteil auswählen.

 

Die Personensorge

Aus dem § § 1631 des BGB ergeben sich der Inhalt und die Grenzen der Personensorge, die nach dem Wortlaut des Textes die “Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen” festlegen.

Zudem schützt der Paragraph Kinder vor körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen und bietet Eltern die Möglichkeit der Unterstützung durch das Familiengericht.

Hieraus ergibt sich die Möglichkeit eines Elternteils vor dem Familiengericht die Personensorge in den Fällen zu erwirken, in denen das Kind durch das andere Elternteil gefährdet ist oder bereits körperlich drangsaliert wurde.

 

Die gesetzliche Vertretung des Kindes

Die gesetzliche Vertretung des Kindes erfolgt gemäß § 1629 BGB gemeinsam durch die Eltern. Eine Entscheidung bezüglich einer gesetzlichen Vertretung nur durch einen Elternteil kann gemäß § 1628 BGB erfolgen.

Wichtig ist, dass auch ein Elternteil allein eine Rechtshandlung vornehmen kann, die zum Wohl des gemeinsamen Kindes notwendig ist, wenn der andere Elternteil nicht greifbar ist und eine Gefahr im Verzug vorliegt. Dann ist aber der andere Elternteil unverzüglich über diesen Umstand in Kenntnis zu setzen.